Cephalotus, der Zwergkrug

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Nur im Südwesten Australiens wächst diese kleine, kannenbildende Pflanze, die im Washingtoner Artenschutzabkommen im Anhang 1 aufgeführt ist und damit zu den vom Aussterben bedrohten Arten zählt.

Die Gattung Cephalotus kennt nur eine Art, C. follicularis. Die Pflanze bildet zwei grundverschiedene Arten von Laub aus: In der kalten Jahreszeit wachsen die "normalen" Blätter, während in der warmen Vegetationsperiode die interessanten Kannenblätter ausgebildet werden. Damit fängt der Zwerkgrug kleine Bodeninsekten, die vom Duft der im Kannendeckel liegenden Nektardrüsen angelockt werden. Deckel und Rand eines jedes Krugblatts sind sehr glatt und bieten den Insektenbeinen kaum Halt. Die raffiniert aufgebaute Innenseite der Krüge mit nach innen gerichteten "Kragen" und nach unten wachsenden Borsten macht eine Flucht kaum mehr möglich. Das gefangene Insekt wird schließlich durch Verdauungssäfte aufgelöst.

Zwergkrug Krugblatt Nahaufnahme
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Bild 1: Cephalotus-Jungpflanze im Topf mit schönem Krugblatt im Vordergrund
Bild 2: Nahaufnahme des Krugblatts

Ein Klick auf das jeweilige Bild zeigt dessen hochauflösende Version.


Kultur des Zwergkrugs

Cephalotus wächst bei mir in Kultur nur sehr langsam, aber immerhin gedeihen die beiden Pflänzchen und werden im Laufe der Zeit immer üppiger. Neue Krugblätter erscheinen jeweils im Frühjahr, aber erst in der heißen Sommerzeit, wenn die Pflanzen draußen stehen, werden die Krüge so richtig groß. Den Winter verbringt Cephalotus in einem ungeheizten Raum unter Kunstlicht.

Als Substrat verwende ich eine Mischung aus ungedüngtem(!) Torf und Quarzsand (etwa 3:1) sowie etwas Styroporflocken zur Auflockerung. An warmen Tagen erhalten die Pflanzen reichlich Wasser, im Gegensatz zu anderen Karnivoren verzichte ich jedoch auf Anstaubewässerung. Im Winter werden die Wassergaben deutlich eingeschränkt, jedoch lasse ich das Substrat nie ganz austrocknen (auch wenn der Zwergkrug mit geringeren Wassermengen besser klarkommt als zum Beispiel die Venusfliegenfalle).

In der Fachliteratur wird oft von direkter Bestrahlung der Pflanze durch die Sonne gewarnt. Dies kann ich nicht bestätigen. Einige Stunden direkte Sonne am Vor- oder Nachmittag scheinen Cephalotus sehr gut zu bekommen. Meine Pflanzen stehen auch im Hochsommer von etwa 15 Uhr bis in die frühen Abendstunden im direkten Sonnenlicht (im Freien) und bilden unter diesen Bedingungen die schönsten Kannen aus.

Der Zwergkrug erhält von mir in den Sommermonaten sporadisch sehr gering dosierten Orchideendünger. Zum Gießen wird ausschließlich weiches, kalkfreies Wasser verwendet.


Weitere kannenbildende Pflanzen:

 

Pflanzen mit anderen Fallentypen:

Darlingtonia, die Kobralilie   Dionaea, die Venusfliegenfalle
Heliamphora, der Sumpfkrug   Drosera, der Sonnentau
Nepenthes, die tropische Kannenpflanze   Drosophyllum, das Taublatt
Sarracenia, die Schlauchpflanze   Pinguicula, das Fettkraut
  Roridula, die halbkarnivore Taupflanze

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