Roridula, die halbkarnivore Taupflanze

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Die aus Südafrika stammende Roridula nimmt eine Sonderstellung in dieser Pflanzenübersicht ein, denn genaugenommen ist sie überhaupt keine fleischfressende Pflanze! Die beiden Arten dieser Gattung, Roridula gorgonias und R. dentata, verfügen zwar über Blattbehaarung mit einem harzigen und sehr klebrigen Leim; jedoch hat es die Evolution bislang versäumt, der Pflanze Drüsen zum Erzeugen von Verdauungssäften zu spendieren, so daß Rodidula mit den gefangenen Insekten nichts anzufangen weiß.

Aus diesem Umstand heraus hat sich allerdings eine bemerkenswerte Symbiose mit einigen Arten von Spinnen und Blindwanzen gebildet, die sich ausgerechnet die klebrige Roridula als Heimat ausgewählt haben. Diese Tiere haben gelernt, ohne festzukleben über die Blätter der Pflanze zu marschieren und sich von den gefangenen Beuteinsekten zu ernähren. Im Gegenzug plazieren sie ihre "Häufchen" auf dem Laub der Pflanze - und daß wiederum ist ein von der Roridula begehrter Pflanzendünger! So kommt die Pflanze über den Umweg der Spinnen- und Wanzenmägen doch noch an die selbstgefangenen Nährstoffe.

R. gorgonias R. gorgonias Blüte
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Bild 1: Ein Blick auf Roridula gorgonias
Bild 2: Nahaufnahme einer Blüte von R. gorgonias

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Kultur der Taupflanze

Roridula kann in dem bewährten Gemisch aus drei Teilen (ungedüngtem!) Torf und einem Teil Quarzsand kultiviert werden. Die Pflanze wird immer feucht gehalten, jedoch verzichte ich hierbei auf Anstaubewässerung, da die Wurzeln der Roridula bei zu großer Nässe eine Tendenz zur Fäulnis zeigen. Lediglich an sehr heißen Tagen, wenn die Taupflanze im Freien steht, wird sie besonders stark gegossen und steht dann auch schon einmal einen halben Tag in ein bis zwei cm tiefem Regenwasser.

Da meine Roridula weder von "düngerproduzierenden" Insekten noch Spinnentieren bewohnt wird, erhält sie während des Sommers gelegentlich eine schwache Dosis Orchideendünger.

Roridula mag es sonnig, luftig und warm, und sollte nicht allzu kühlen Temperaturen ausgesetzt sein (unteres Limit etwa 10 Grad Celsius). Im Winter steht die Pflanze in einem ungeheiztem Raum unter Kunstlicht.


Weitere Pflanzen mit Klebefallen:

 

Pflanzen mit anderen Fallentypen:

Drosera, der Sonnentau   Cephalotus, der Zwergkrug
Drosophyllum, das Taublatt   Darlingtonia, die Kobralilie
Pinguicula, das Fettkraut   Dionaea, die Venusfliegenfalle
  Heliamphora, der Sumpfkrug
  Nepenthes, die tropische Kannenpflanze
  Sarracenia, die Schlauchpflanze

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